EZA Fairer Handel
Normal ist es nicht, dass internationale Handelsbeziehungen auf Dialog, Transparenz und Respekt beruhen. Aber es ist sinnvoll. Seit 1975 setzt die EZA den Fairen Handel in die Praxis um.
Es begann in den 1970er Jahren mit einer kritischen Bestands- aufnahme: Das Ungleichgewicht zwischen sogenannter Erster und Dritter Welt hat auch etwas damit zu tun, wie internationaler Handel abläuft. Ihn so zu gestalten, dass er Zukunftsperspektiven für jene eröffnet, die normalerweise im harten Spiel um die größten Gewinne auf der Strecke bleiben, wurde zur Basis einer ungewöhnlichen Unternehmensgründung. Die damalige EZA-Entwicklungszusammen- arbeit mit der Dritten Welt GmbH heute EZA Fairer Handel - brachte in Österreich den Stein in Rollen. Seit über 30 Jahren setzt sich die größte Fair Trade Importorganisation für einen gerechteren Nord-Süd Handel ein. Mit Erfolg und Beispielwirkung. Eine transparente Wirtschaftsweise, die hohe soziale und ökologische Standards als wichtige Bestandteile der Produktqualität begreift, ist die Basis.
Die Chronik der EZA:
- von 1975 bis 1989
- von 1990 bis 1999
- von 2000 bis 2002
- von 2003 bis 2004
- von 2005 bis 2006
- von 2007 bis 2008
Aus anonymen ProduzentInnen werden Menschen mit Gesicht und Stimme.
An die 140 Organisationen aus Lateinamerika, Afrika, Asien und dem Nahen Osten mehrheitlich Kleinbauern und -bäuerinnen und Handwerksvereinigungen profitieren davon. Wenn diese auf eine angemessene Bezahlung für ihr Produkt, auf Beratung und verlässliche Handelsbeziehungen bauen können, so ist das eine Grundvoraus- setzung für die Verbesserung ihrer Lebenssituation. Doch es geht um mehr. Mit organisierten Kleinbauern und -bäuerinnen so direkt wie möglich zusammenzuarbeiten ist eine Form der Umverteilung von Macht und Kontrolle zugunsten derer, die überlicherweise zu Abhängigen einiger weniger Global Players gemacht werden. Dem Erleben von Ohnmacht wird die Möglichkeit des Empowerments entgegengestellt.
Gesamtsortiment aus Fairem Handel
Die Überzeugung, dass Menschenwürde und Umweltschutz zu wichtig sind, als sie nur für ein paar wenige Produkte zu reservieren, spiegelt sich in einem Gesamtsortiment aus Fairem Handel wider. Das Angebot reicht von Lebensmitteln über Kunsthandwerk bis zu Bekleidung und Naturkosmetik. Es trägt die Kultur, das Können und die Kreativität der Menschen in sich, die es hergestellt haben.
Kein bequemes Ruhekissen
Überzeugende Kaufalternativen anzubieten ist das Eine. Doch anzunehmen, es sei ausreichend, das Richtige zu kaufen, um das globale Ungleichgewicht auf diesem Planeten nachhaltig zu ändern, ist ein Trugschluss. Der Faire Handel will kein bequemes Ruhekissen abgeben, sondern versteht sich auch als Herausforderung für Politik und Unternehmen, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit verbindlicher in der gesamten Wirtschaft zu verankern. Dies setzt weitreichende Veränderungen voraus und betrifft Fragen der Wirtschafts-, Handels- und Umweltpolitik genauso wie die Zukunft der Landwirtschaft und Fragen des Verbraucherschutzes. Damit sich in diesen Bereichen Substantielles ändert, braucht es starke, über die nationalen Grenzen hinausreichende Bündnisse von Menschen, die Globalisierung als Prozess verstehen, dessen Gestaltung nicht allein den Welteliten überlassen werden darf. So können aus kritischen KonsumentInnen engagierte BürgerInnen werden.
