Die tödlichste Naturkatastrophe in Sri Lanka seit dem Tsunami von 2004
Der Wirbelsturm "Ditwah" hinterlässt eine Spur der Zerstörung. Die Folgen der schlimmsten Naturkatastrophe in Sri Lanka seit zwei Jahrzehnten sind verheerend.
Die Bilanz des Zyklons der am 28. November 2025 auf Sri Lanka traf: Mehr als 600 Menschen, die ums Leben kamen, Hunderttausende, die obdachlos wurden. Fluten, Erdrutsche und eine zerstörte Infrastruktur haben weite Teile des Landes verwüstet. Geschätzte 2 Millionen Menschen sind betroffen und suchen Schutz in Notunterkünften. In vielen Regionen, insbesondere in den zentralen Berg- und Hügelländern, sind ganze Dörfer zerstört. Straßen, Versorgungsleitungen und Lebensgrundlagen liegen in Trümmern. Während die staatliche Krisenhilfe mit Überforderung kämpft, stehen viele Familien vor dem Nichts.
Die ohnehin fragile wirtschaftliche Erholung Sri Lankas wird sich durch den Zyklon Ditwah weiter verzögern.
Er zerstörte wichtige Infrastruktur sowie Nutzpflanzen wie Reis, Gewürze und Tee. Dadurch werden Familien in die Armut getrieben: allen voran Kleinbäuerinnen und -bauern. Sie sind von den Auswirkungen der Naturkatastrophe am stärksten betoffen. Durch Überschwemmungen und Erdrutsche wurden Felder, Häuser und Bewässerungssysteme zerstört. Viele Menschen verloren ihre gesamte Ernte und damit ihre Lebensgrundlage.
Die Schäden an Straßen und Infrastruktur erschweren zudem den Zugang zu Märkten und Hilfsgütern. Zehntausende Menschen müssen in Notunterkünften ausharren. Für viele Familien die von der Landwirtschaft leben, bedeutet Ditwah einen massiven wirtschaftlichen Rückschlag und den Verlust ihrer Einkommen.
Expert:innen und internationale Organisationen weisen auf einen klaren Zusammenhang zwischen der Intensität solcher Stürme und dem Klimawandel hin.
Steigende Meerestemperaturen und veränderte Niederschlagsmuster erhöhen die Wahrscheinlichkeit extremer tropischer Wirbelstürme, heftiger Regenfälle und Erdrutsche – Phänomene, die Ditwah in besonders drastischer Form mit sich brachte. Kleinbauern und -bäuerinnen, die ohnehin stark von Wetter- und Klimabedingungen abhängig sind, werden dadurch in Zukunft noch verwundbarer.
Situation bei unseren Partnerorganisationen
Alle EZA-Partnerorganisationen – SOFA (Tee und Gewürze), PODIE (Gewürze), Gospel House (Holzspielzeug) und Selyn (Textilprodukte) – sind entweder selbst oder über ihre Produzent:innen bzw. Angestellten und Arbeiter:innen direkt von der Katastrophe betroffen.
Wir stehen mit unseren Partner:innen in Sri Lanka in Kontakt. Trotz Stromausfällen und unterbrochener Kommunikation liegen uns erste Berichte vor, welche Schlimmes befürchten lassen.
Bernard Ranaweera, der Präsident von SOFA schreibt uns: "In den Gebieten Rajathalawa und Mawathura kamen einige unserer Mitglieder aufgrund schwerer Erdrutsche ums Leben. Wir haben versucht, diese Orte zu besuchen, aber leider sind die Straßen derzeit völlig unpassierbar. Darüber hinaus gibt es noch mehrere Dörfer, aus denen wir keine Informationen erhalten haben. Dazu gehört das Dorf Gurukale im Teeanbaugebiet Gampola, das aufgrund schwer beschädigter Straßen völlig unzugänglich ist. Es ist unmöglich, mit den Bewohner:innen Kontakt aufzunehmen."
"In dieser schwierigen Zeit sind wir dringend auf die Unterstützung engagierter Handelspartner:innen angewiesen. Wenn es euch möglich ist zu helfen, zögert bitte nicht. (...) Wir versichern euch, dass alle Gelder vollkommen transparent verwaltet und die notwendigen Schritte unternommen werden, um eine ordnungsgemäße Rechenschaftslegung zu gewährleisten."
Diesen Aufruf von Bernard Ranaweera haben wir zum Anlass genommen, gemeinsam mit der ARGE Weltläden einen Spendenaufruf zugunsten unserer Partner:innen in Sri Lanka zu lancieren. Während Organisationen vor Ort die akute Nothilfe leisten, wollen wir uns auf das konzentrieren, was langfristig über Existenzen entscheidet: den Wiederaufbau produktiver Strukturen. Zahlreiche Weltläden, Kund:innen und Spender:innen folgten dem Aufruf Produzent:innen auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu unterstützen. Insgesamt sind innerhalb von nur zwei Monaten 24.000,- Euro an Spendengeldern zusammengekommen.
Wir danken allen, die sich an diesem Spendenaufruf beteiligt haben, ganz herzlich für ihre Solidarität und Unterstützung!
Einige unserer Partner:innen konnten bereits erste konkrete Projekte vorlegen, andere sind intensiv damit beschäftigt, die Situation vor Ort, direkte Betroffenheit und den dringlichsten Bedarf der Produzent:innen zu erheben. Zerstörte Straßen, Wege und Brücken erschweren den Zugang in viele der betroffenen Gemeinschaften. Gemeinsam mit der ARGE WL evaluieren und priorisieren wir alle eingehenden Projektvorschläge unserer Partnerorganisationen. Ziel ist, unsere Partner:innen und deren Produzent:innen rasch und unbürokratisch zu unterstützen: Saatgut und Materialien zu beschaffen, Produktionseinheiten und wichtige Infrastruktur instandzusetzen, Geräte und Ausrüstung wenn möglich zu reparieren oder zu ersetzen, damit sie ihre Produktion wieder aufnehmen können. Wir halten euch informiert.
Jeder Einkauf zählt und hilft direkt vor Ort!
Auch mit dem Kauf der Produkte unserer Produzent:innen aus Sri Lanka könnt ihr direkt helfen: Jeder Einkauf stärkt die lokalen Betriebe, sichert Einkommen und unterstützt die Menschen vor Ort beim Neuanfang. So leistet ihr ganz konkret einen Beitrag zur Wiederherstellung von Lebensgrundlagen unserer Produzent:innen nach dem Zyklon Ditwah.
Schenkt Hoffnung – mit Sinn und Wirkung!
Die Produkte unserer Partner:innen aus Sri Lanka:
Quellen:
Aktuelle Informationen von unseren Partner:innen aus Sri Lanka
WHO: Sri Lanka Floods and landslides – Cyclonic storm Ditwah November 2025
Reuters: Cyclone Ditwah to delay Sri Lanka's fragile recovery, worsen poverty



