Partnerbeschreibung
CAFECO
Bio-Kaffee aus Mexiko
Mexiko ist mit 1,96 Mio. Quadratkilometern das drittgrößte Land Lateinamerikas. Trotz fortschreitender Industrialisierung ist Mexiko heute nach wie vor ein Agrarland. So bildet die Landwirtschaft für etwa 50% der Bevölkerung die Lebensgrundlage. Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse wurden durch die neoliberale Politik mit dem Ziel der „Modernisierung“ von Staat und Wirtschaft weiter konzentriert. Heute leben mehr als die Hälfte aller MexikanerInnen unter dem Existenzminimum. Die Rebellion der ZapatistInnen in Chiapas hat die Aufmerksamkeit auf eine seit langem bestehende Tatsache gelenkt: die Benachteiligung der indigenen Landbevölkerung und ihre Abkoppelung vom „modernen“ Mexiko, das auf die Industrialisierung der Produktion und Landwirtschaft und den Freihandel mit den USA setzt.
Der südmexikanischen Bundesstaat Chiapas ist die Heimat von rund 800.000 Angehörigen unterschiedlicher indigener Volksgruppen. Die meisten von ihnen leben von der Landwirtschaft, die in Chiapas wichtigste Einkommensquelle für 2/3 der Gesamtbevölkerung. Das größte Entwicklungshemmnis stellt dabei die noch immer ausgeprägte feudale Agrarstruktur und die ungerechte Landverteilung dar (1% besitzen rund 50% des Bodens!). Hinzu kommt, dass die Böden durch die einseitige Nutzung und intensive Bewirtschaftung ausgelaugt sind. Die landwirtschaftlichen Erträge gehen unter diesen Bedingungen unaufhaltsam zurück, die Qualität der Produktion sinkt. Bringt der Boden einmal nicht mehr die für das Überleben notwendigen Ernten hervor, sind die Kleinbauern und -bäuerinnen und deren Familien zur Emigration gezwungen. So ist der Bundesstaat Chiapas heute jener mexikanische Bundesstaat mit der höchsten Migrationsrate. Aus diesem Grund ist die Umstellung auf alternative Anbaumethoden nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern ein Versuch den vor allem indigenen Bevölkerungsgruppen, ein Überleben in ihrer ursprüngliche Heimat auch in Zukunft zu sichern.
EZA-Partner seit 2024
„Wir wünschen uns, dass die Produzent:innen und ihre Gemeinschaften ihre jeweiligen Bedürfnisse mit Hilfe von CAFECO erfüllen könnnen. Wir möchten den Lebensstandard und vor allem die wirtschaftliche Situation unserer Kaffeebauern und -bäuerinnen und ihrer Familien verbessern.“
Quelle: EFTA Information Form CAFECO, Okt. 2024
CAFECO
Die Organización Cafetalera de La Concordia - kurz CAFECO, wurde 2016 gegründet, um gemeinsam nach Alternativen zu suchen, die Kaffeeproduktion fortzusetzen, die Verkaufspreise zu verbessern und die Folgen des Kaffeerostbefalls ihrer Parzellen zu lösen, der die Kaffeeproduktion und die Einnahmen der Produzent:innen zu dieser Zeit stark belastete. Mithilfe der Organisation sollte auch um Unterstützung seitens der Regierung angesucht werden. CAFECOist ein Zusammenschluss von aktuell 490 Kleinproduzent:innen mit Sitz im Munzip La Concordia im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas. Der Einflussbereich CAFECOs liegt in der Pufferzone des Biosphärenreservats El Triunfo. Ziele sind die Verringerung von Armut und sozialer Ungleichheit und die ökologische Nachhaltigkeit. Der Slogan von CAFECO lautet „Un esfuerzo por la vida”, eine Anstrengung fürs Leben. Wichtige Prinzipien der Organisation sind: Autonomie, Mitbestimmung, Pluralität und Transparenz. Neben der Produktion und Vermarktung des Kaffees kümmert sich CAFECO um die:
- Unterstützung und technische Beratung der Mitglieder inkl. der Förderung des Bio-Landbaus
- Erschließung neuer Märkte unter bio & Fairtrade
- Maßnahmen zur Qualitätssicherung
- Föderung der Produktivität durch Maßnahmen der Klimaanpassung und Sortenauswahl
- Ausgabe von Kompost und Kaffeesetzlingen an die Mitglieder
- Verarbeitung des Kaffees in der eigenen Verarbeitungsanlage
Oberstes Entscheidungsgremium ist die Generalversammlung aller Mitglieder. Sie wählt die Delegierten, den Vorstand und den Kontrollausschuss und entscheidet gemeinschaftlich über die Gewinn- und Prämienverwendung. Das Team von CAFECO umfasst 8 Angestellte (darunter eine Frau) in den Bereichen Verwaltung, QS, Produktion und Verarbeitung.
Die ProduzentInnen
Die aktuell 490 Mitglieder (davon 130 Frauen) verteilen sich auf 3 Munizipien und 23 Gemeinschaften der Region Freylesca in der Pufferzone des Naturreservats El Triunfo. Die Mitglieder sind allesamt Kleinproduzent:innen mit ca. 2 ha Land und Angehörige der indigenen Gemeinschaften der Tzeltales und Tzotziles, die bis heute mit weitgehenden Benachteiligungen zu kämpfen haben. Für die Produzent:innen ist der Kaffee der wichtigste Geldbringer. Für den Eigenbedarf und lokalen Markt werden zudem Mais, Bohnen und diverses Gemüse bzw. Früchte angebaut. Unterstützt werden die Produzent:innen von Saisonarbeiter:innen, vor allem bei Anbau und Ernte des Kaffees und der Pflege der Kaffeeparzellen. Der Anbau erfolgt nach den Richtlinien des Bio-Landbaus.
Der Bio-Kaffee von CAFECO ist als Kaffee Orgánico, Mundo und Espresso Italiano über EZA, die WELTLÄDEN, im LEH und in ausgewählten Naturkostläden erhältlich.
Quellen: EFTA Org. Profile, Aug. 2024; EFTA Compliance Form, Okt. 2024; PPP CAFECO, Feb. 2024; EZA-Reisebericht, Nov. 2025; (EZA, Feb. 2026)
Vorteile aus dem Fairen Handel
- Die EZA Fairer Handel garantiert ihren Kaffeeproduzent:innen den von Fairtrade festgesetzten Mindestpreis von US$ 180,- pro Sack* gewaschener Arabica-Kaffeebohnen.
- Zusätzlich zum garantierten Mindestpreis schreibt Fairtrade die Zahlung einer Fairtrade-Prämie in der Höhe von US$ 20,- pro Sack* und einer Bio-Prämie von US$ 40,- pro Sack* vor.
- Liegt der Weltmarktpreis über dem garantierten Mindestpreis, wird automatisch der Weltmarktpreis als Basis herangezogen. In diesem Fall werden auf diesen sämtliche Prämien aufgeschlagen.
- Die von der EZA bezahlte Fairtrade-Prämie in der Höhe von US$ 20,- pro Sack* geht an die Organisation. Über deren Verwendung entscheiden die Mitglieder gemeinschaftlich.
- Die Bio-Prämie in der Höhe von US$ 40,- pro Sack* wird in Form eines höheren Kaffeepreises an die Produzent:innen ausgezahlt.
Weitere Details siehe hier.
* 1 Sack = 100 Pfund = 45,36 kg



