Partnerbeschreibung
Yaxcoffee
Bio-Kaffee aus Mexiko
Mexiko ist mit 1,96 Mio. Quadratkilometern das drittgrößte Land Lateinamerikas. Aufgrund fortschreitender Industrialisierung ist die Landwirtschaft in dem ehemaligen Agrarland heute nur mehr für ca. 12% der Bevölkerung die Lebensgrundlage. Für indigene Gemeinschaften bildet sie jedoch nach wie vor die zentrale Lebensgrundlage und ist Teil der kulturellen Identität. Die von den Indigenen praktizierte Landwirtschaft basiert auf lokal angepasstem Wissen, das Böden schützt, Wasser speichert und eine hohe Sortenvielfalt erhält. Diese Praktiken bilden eine gute Grundlage für die Umstellung auf organisch-biologischen Anbau und machen indigene Gemeinschaften widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel. Durch den Erhalt und die Weiterentwicklung traditioneller Anbausysteme stärken indigene Produzent:innen lokale Ernährungssysteme, Märkte und soziale Strukturen. Der Zusammenschluss zu Vereinigungen von Prodzent:innen unterstützt sie dabei, traditionelles Wissen mit neuen Methoden des Bio-Landbaus zu verbinden, ihre Produktion zu steigern, sich neue Märkte für ihre Produkte zu erschließen und ihre Lebensgrundlage zu verbessern. Die historische Benachteiligung der indigenen Bevölkerung und ihre Abkoppelung vom „modernen“ Mexiko, das auf die Industrialisierung der Produktion und Landwirtschaft und den Freihandel mit den USA setzt, kann so Schritt für Schritt überwunden werden.
Im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas gehören fast 30% der Bevölkerung unterschiedlichen indigenen Gruppen an, das sind laut dem letzten Zensus im Jahr 2020 rund 3,3 Mio. Menschen. Viele widmen sich der Landwirtschaft, die in Chiapas immer noch 20% der Gesamtbevölkerung beschäftigt. Das größte Entwicklungshemmnis stellt für indigene Produzent:innen die noch immer ausgeprägte feudale Agrarstruktur und ungerechte Landverteilung dar. Das Ergebnis sind eine große Mehrheit an klein strukturierten Betrieben meist in schlecht erreichbaren Berglagen versus einiger weniger einflussreicher Großgrundbesitzer:innen. Hinzu kommen immer kleinere Landflächen aufgrund der Erbteilung, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Produktion und stark schwankende Weltmarktpreise für den wichtigsten Geldbringer Kaffee. Reichen die Erträge aus der Landwirtschaft nicht mehr aus, sind die Kleinbäuer:innen und deren Familien zur Migration gezwungen. Aus diesem Grund ist die Umstellung auf dem Bio-Landbau nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern ein Beitrag, um den vor allem indigenen Produzent:innen mit den Einkünften aus dem Kaffee das wirtschaftliche Überleben zu ermöglichen.
EZA-Partner seit 2013
„Der Ursprung der Kooperative Yaxcoffee liegt im Zusammenschluss zweier Organisationen und dem gemeinsamen Ziel begründet, eine alternative Entwicklung zu ermöglichen und unseren Mitgliedern den Zugang zu Dienstleistungen und Vermarktungsmöglichkeiten zu verschaffen, den sie als unorganisierte Kleinproduzent:nnen nicht hätten. Wir sehen die Kooperative aber auch als Mittel zur ihrer sozialen Entwicklung (...).“
Quelle: Reglamento Interno Yaxcoffee
Yaxcoffee
Yaxcoffee (Yax = Grün) ist im Grunde die Nachfolgeorganisation des langjährigen EZA-Partners Tzijib Babi, der sich 2011 mit einer zweiten Kleinbauernorganisation namens Cafés Especiales de México zusammenschloss. So wurden aus zwei FAIRTRADE und bio-zertifizierten Dachorganisationen eine neue Mitgliedsorganisation ersten Grades für biologisch wirtschaftende Kleinbauern und -bäuerinnen der Region Yajolón. Hauptgrund für diese strukturelle Veränderung war der Wunsch nach einer schlankeren und transparenteren Organisationsform, gemeinsamen Vermarktung von Bio- & FAIRTRADE-Kaffee und einer Kostenreduktion. An den Zielsetzungen der Organisation hat sich nichts geändert. Wichtigste Ziele sind die Förderung einer alternativen Entwicklung, die Steigerung der Wertschöpfung in der Region und die Förderung der Mitglieder. Dies soll über folgende Maßnahmen und Aktivitäten erreicht werden:
- Unterstützung und Beratung der Mitglieder
- Maßnahmen zur Qualitätssicherung
- Direktvermarktung des Mitgliederkaffees und Zugang zu neuen Märkten (vor allem unter bio & FAIRTRADE)
- Erneuerung der Kaffeegärten (u.a. mit Geldern aus der FAIRTRADE-Prämie)
- Umsetzung von Sparprogrammen: Mit Geldern aus der FAIRTRADE-Prämie werden lokale Sparkassen gegründet, um die Produzent:innen zur persönlichen Vorsorge zu motivieren.
Yaxcoffee wurde als Kooperative gegründet. Oberstes Entscheidungsgremium ist die Delegiertenversammlung, bestehend aus drei Delegierten jeder Basisgruppe. Sie wählt den Vorstand und entscheidet über die Jahresplanung, Projekte und Aktivitäten Yaxcoffees. Gleichzeitig bilden die gewählten Delegierten das Bindeglied zwischen der Organisation und den Produzent:innen an der Basis, die so in alle wesentlichen Entscheidungen eingebunden sind. Sitz der Organisation ist Yajolón / Chiapas. Wichtigste Aufgabenbereiche der Organisation sind die Beratung der Mitglieder und Ankauf, Verarbeitung und Vermarktung des Mitgliederkaffees.
Die Produzent:innen
Die rund 1020 Mitglieder (davon 325 Frauen) sind allesamt indigene Kleinproduzent:innen mit durchschnittlich 2 – 3 Hektar Land. Sie siedeln in 5 Munizipien der Region Selva Yajolón: Tila, Túmbala, Chilón, Yajolón und Salto de Agua und gehören den indigenen Ethnien der Choles und Tzeltales an. Hauptanbauprodukt in der gesamten Region Yajalón ist Kaffee. Sonst werden vor allem Mais und Bohnen, etwas Gemüse und Obst angebaut und Vieh- bzw. Geflügelzucht betrieben. Einige Mitglieder halten Bienen oder betreiben ein Kleingewerbe (z.B. Handel, Tischlerei). Ca. 70% der Mitglieder bebauen das Land, ohne es zu besitzen. Das Land gehört der Gemeinschaft, die Familien verfügen über das Nutzungsrecht. Je nach Größe der Familien und der zu bewirtschaftenden Flächen kommen vor allem bei der Kaffeeernte zusätzlich Saisonarbeiter:innen zum Einsatz. Die meiste Arbeit erledigen allerdings die Familienmitglieder selbst. Sie übernehmen neben Anbau und Ernte auch die ersten Verarbeitungsschritte (Schälen der Kaffeekirschen, Waschen und Trocknen der Kaffeebohnen). Der Anbau erfolgt nach den Richtlinien des Bio-Landbaus.
Der Bio-Kaffee von Yaxcoffee ist als Kaffee Orgánico, Mundo und Espresso Italiano über EZA, die WELTLÄDEN, im Lebensmitteleinzelhandel und in ausgewählten Naturkostläden erhältlich.
Quellen: data.worldbank.org, economía.gob.mx, jornamex.com, oem.com.mx, EIF Yaxcoffee 02/2026, Reglamento Interno, Plan de Desarrollo, 2025; div. EZA-Reiseberichte 2013 - 2025; (EZA, akt. März ´26)
Vorteile aus dem Fairen Handel
- Die EZA Fairer Handel garantiert ihren Kaffeeproduzent:innen den von Fairtrade festgesetzten Mindestpreis von US$ 180,- pro Sack* gewaschener Arabica-Kaffeebohnen.
- Zusätzlich zum garantierten Mindestpreis schreibt Fairtrade die Zahlung einer Fairtrade-Prämie in der Höhe von US$ 20,- pro Sack* und einer Bio-Prämie von US$ 40,- pro Sack* vor.
- Steigt der Weltmarktpreis über den garantierten Mindestpreis, wird automatisch der Weltmarktpreis als Basis herangezogen. In diesem Fall werden auf diesen sämtliche Prämien aufgeschlagen.
- Die von der EZA bezahlte Fairtrade-Prämie in der Höhe von US$ 20,- pro Sack* geht an die Organisation. Über deren Verwendung entscheiden die Mitglieder gemeinschaftlich.
- Die Bio-Prämie in der Höhe von US$ 40,- pro Sack* wird in Form eines höheren Kaffeepreises an die Produzent:innen ausgezahlt.
- Weitere Details siehe www.eza.cc/eza-kaffee-vorteile-fairer-handel
* 1 Sack = 100 Pfund = 45,36 kg



